Meine Stimme bin ich – Teil 1

Als Galeristin setze ich täglich beruflich meine Stimme ein. Kommunikation ist in, mit, über und aus der Kunst für mich nicht mehr wegzudenken… Doch einmal bewusst gefragt: Meine Stimme… Was genau ist sie? Wer ist sie? Und wie ist sie? Kann ich als Künstlerin meine Stimme nicht einfach direkt in meine Arbeit einbeziehen? Aber das mache ich doch täglich! Doch wie lässt sich so etwas einmal sichtbar gestalten?

So beschloss ich vor etwa drei Monaten zum Thema Authentizität ein neues künstlerisches Projekt zu starten. Diesmal etwas direkter, noch klarer und bloß nicht zu verkopft! Ich sagte mir: Schluß mit dem Versteckspiel und gerade heraus mit der Persönlichkeit.

Ich habe mir den Kampf angesagt und begann zuerst mit der Suche nach einem neuen Hobby. Nur keine Kunst! Ich muss auch mal was für mich selbst tun.

… Singen! Das ist es. Das hab ich früher auch schon immer machen wollen. Und außerdem hab ich früher schließlich auch im Chor gesungen. Also geh los und lerne Singen!

Zuerst begann ich mit ein wenig Recherche, wie man das richtig angehen kann… Es soll ja auch vernünftig sein. Das Internet gibt dir alle nötigen Informationen, die du brauchst, sagte ich mir und gab in die Suche “singen lernen” ein. Ich erhielt den nützlichen Hinweis, ich solle mir einen guten Vocal Coach suchen und ging der Empfehlung einfach mal nach.

Und dann ging alles superschnell. Mein Weg führte mich direkt zu Frederik Beyer. Ich freue mich, mit ihm zu singen und auf erste Projektergebnisse zum Thema Authentizität. Ich habe das Gefühl, dass dieses Projekt gemeinsam mehr Freude macht.

Begonnen habe ich mit der ersten Umsetzung zum Thema Authentizität mit ein paar Fotos. Nun schreibe ich begleitend kurze Texte auf, lege Stoffsammlungen an. Ich frage mich, wie ich auf andere wirke und stelle immer wieder fest, wie stark sich Eigen- und Fremdwahrnehmung voneinander unterscheiden und wie weit diese wirklich voneinander entfernt sind.

Und dann kommt die Stimme zu Wort – sie ist mein innerer Fingerabdruck. Ich produziere sie immer wieder neu und doch ist und bleibt sie mir treu und bleibt immer ich. Ihr widme ich nun meine Aufmerksamkeit und gebe ihr endlich den Raum, den sie braucht, damit sie so ist, wie ich bin.

 

Grit Höhn, Galerie pack of patches

 

 

 

03. April 2013
Kategorien: Allgemein | Schlagwörter: , , | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Ich finde das Projekt sehr interessant und bin auch gespannt, wie dann die Verknüpfung der Fotografien mit den Audioaufnahmen ist. Da ich ja ein paar der Fotos bereits gesehen habe, glaube ich, dass allein dadurch auch ein Bruch passiert, weil Du auf jedem Foto so anders aussiehst.
    Authentizität ist ja schlussendlich auch wieder nur eine andere Maske, die man seinem körperlichen und psychischen Rohrbau aufsetzt – das, was heute “authentisch” für die eigene Person ist, kann innerhalb kurzer Zeit bereits revidiert und geändert werden.
    Wie Du auch sagst, unterscheiden sich dann noch einmal Eigen- und Fremdwahrnehmung.

    Ich finde damit das Medium Foto auch als “Momentaufnahme” sehr passend und bin gespannt, wie die Audiofragmente sich da einfügen.
    Viel Erfolg auf jeden Fall – man blicke auf das, was kommen mag.

  2. Dankeschön. So scheint es in etwa zu sein. Ich bleibe aufmerksam dabei und freue mich auf das, was das Projekt und meine Stimme mir schenken.

  3. Toll…
    Du selbst im Einklang Deiner Stimme, geschenkte Aufmerksamkeiten als nebensächliches Schauspiel und befreit von allen Einflüssen des eigenen Lebens.
    Weiter so!!!

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